Flyer des Gewässerperlen-Labels und nostalgisches Trinkglas
STORY | GEWÄSSERPERLEN, KOMMUNIKATION

Nominierung von vier potenziellen Gewässerperlen-Kandidaten

Alle Stories

Flussfeier in Kempten

Am 19. Mai 2026 fand in Kempten die erste Flussfeier des Labels »Gewässerperle PLUS« in Deutschland statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wasserwirtschaft, Fischerei, Naturschutz, Umweltbildung, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit kamen zusammen, um sich gemeinsam des Wertes und der Schönheit der Gewässer vor ihrer Haustür bewusst zu werden und diese zu feiern.

Im stimmungsvollen Ambiente des „SALON“ in Kempten wurde über das Label »Gewässerperle PLUS« informiert und Erfahrungen aus der Schweiz, wo das Label bereits etabliert ist, weitergegeben. Das Herzstück der Veranstaltung war die Vorstellung der vier nominierten Fließgewässerstrecken und des vor Ort bereits vorhandenen Engagements. Hierfür wurden den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern Nominierungsurkunden überreicht. Sollten sie sich für das Label bewerben wollen, müssen sie in einem 5-Jahres-Aktionsplan darlegen, wie sie das jeweilige Gewässer schützen und gegebenenfalls weiterentwickeln wollen. Der Fachbeirat des Gewässerperlen-Labels entscheidet dann über die Vergabe der Auszeichnung.

Vier Personen unterhalten sich locker im Foyer des SALONS in Kempten
Fünf Personen betrachten eine Fotoausstellung in einem mit warm-gelbem Licht beleuchteten Gewölbekeller
Stimmungsvoller Saal, in dem Zuhörer einer Präsentation lauschen
Vier Trompeterinnen und Trompeter spielen im Rahmen der Flussfeier
Trompeterinnen und Trompeter der Sing- und Musikschule Kempten

Die Kandidaten

Die für die Nominierung ausgewählten Fließgewässer bzw. Fließgewässerabschnitte sind die Breitach, die Haidgauer Ach, der Schwarze Regen und die Saalach. Diese Flüsse und Bäche möchten wir schützen – gemeinsam mit den Menschen, die den Wert der Gewässer erkennen und sich für deren Erhalt und Renaturierung einsetzen wollen.

Blick auf einen etwas offeneren Abschnitt der Breitachklamm. Links und rechts sind steile Felswände zu sehen. Ein begehbarer Steg verläuft parallel zum Fluss.

DIE BREITACH

Die Breitach, ein Fluss der Kalkalpen, entspringt im österreichischen Bundesland Vorarlberg, durch das sie auf dem Großteil ihres rund 21 km langen Laufs fließt. Mit der Mündung des linksseitig zufließenden Hörnlebachs tritt sie nach Bayern ein. Durch den Zusammenfluss mit der Trettach und der Stillach nördlich von Oberstdorf bildet sie schließlich die Iller. Der natürliche Gewässerabschnitt ist ca. 5,4 Kilometer lang und umfasst neben breiteren, sich netzartig aufspaltenden Abschnitten auch die gewaltige Breitachklamm, die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas.

Blick auf die Haidgauer Ach, die im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried fließt

DIE HAIDGAUER ACH

Die Haidgauer Ach, ein organisch geprägter Bach in Baden-Württemberg, liegt eingebettet in das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried. Im Haidgauer Quellsee-Gebiet tritt kalk- und mineralreiches Grundwasser aus. Das abfließende Wasser bildet, zusammen mit einem weiteren Quellbach, die Haidgauer Ach, die sich 4,5 Kilometer durch das Wurzacher Ried schlängelt. Am Riedrand trifft sie auf die Dietmannser Ach, die ihr entgegenkommt. Entlang der Fließgewässer sind Moore ausgebildet. Durch den Zusammenfluss der beiden Bäche entsteht die Wurzacher Ach. Sie fließt durch Bad Wurzach und über die Iller zur Donau. Die Haidgauer Ach entspricht auf ihrer gesamten Fließstrecke den Kriterien einer Gewässerperle.

Blick auf den Schwarzen Regen bei Nebel, umgeben von dichtem Nadelwald

DER SCHWARZE REGEN

Der Schwarze Regen, ein silikatischer Mittelgebirgsfluss, liegt in Ostbayern, im Bayerischen Wald. Er entsteht in Zwiesel durch den Zusammenfluss von Großem und Kleinen Regen und vereinigt sich zwischen Bad Kötzting und Blaibach mit dem Weißen Regen zum Regen. Der rund 84 Kilometer lange Fluss ist überwiegend intensiv genutzt, v.a. durch Wasserkraftwerke. Der Unterlauf ist durchgehend als Staukette ausgebaut. Die weitgehend unbeeinflusste Strecke liegt zwischen Regen und Teisnach. Dort fließt der Schwarze Regen noch ungehindert durch eine waldreiche Gegend, die gerne als „Bayerisch Kanada“ beworben wird.

Blick auf die Saalach, im Hintergrund hohe Berge und dramatische Wolken, im Vordergrund Geschiebe unterschiedlicher Größe. Um den Fluss herum herbstlicher Mischwald.

DIE SAALACH

Die Saalach, ein Fluss der Kalkalpen, ist ein etwa 100 Kilometer langer Zufluss der Salzach im Südosten Bayerns. Sie entspringt in den Kitzbühler Alpen (Tirol) und mündet bei Freilassing in die Salzach. Der längste Teil des Gewässers fließt in Österreich. An zwei Stellen (bei Schneizlreuth und Freilassing) bildet es die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Beeinträchtigung durch Wasserkraftnutzung bestehen bei St. Martin bei Lofer sowie ab Bad Reichenhall, wo der Fluss (v.a. im Grenzverlauf) auch begradigt ist. Die weitgehend natürliche Strecke befindet sich zwischen St. Martin bei Lofer (noch in Österreich) und Unterjettenberg (Zufluss Schwarzbach). Aufgrund ihrer Schönheit und Naturbelassenheit ist die Strecke bei Kajakfahrern beliebt.